Donnerstag, 9. Oktober 2008

Hainan

Harry und ich waren während der Goldenen Woche für 5 Tage auf Hainan, dem chinesischen Hawaii. Es war super schön dort! Am ersten Tag haben wir uns die „wunderschöne“ Stadt Sanya angeschaut und uns orientiert. Sanya ist ganz anders als Shanghai. Am Strand steht ein Hotel neben dem anderen. Manche sind nur noch Ruinen, daneben stehen aber auch super Luxusschuppen. Das ist ein sehr komisches Bild. Zwischen den Hotels und dem Strand gibt es eine Promenade, auf der ein Restaurant neben dem anderen ist. Dort gibt es natürlich das klassische chinesische Essen und russisches Essen. Sanya ist nämlich von den Russen „besetzt“... Zu Beginn haben Harry und ich uns sehr gewundert warum unter den chinesischen Schriftzeichen noch so eine komische Sprache steht. Doch bald haben wir festgestellt, dass in jedem Hotel und in jedem Restaurant alles auf Russisch angeschrieben ist. Sogar jeder Obstverkäufer in Sanya kann Russisch. Wir wurden natürlich auch für Russen gehalten, sogar von den Russen selbst... Das russische Essen hat uns super geschmeckt.
Am zweiten Tag waren wir bei sehr schönem Wetter im Regenwald, das war echt eine tolle Erfahrung. Es hatte 90% Luftfeuchtigkeit, demnach war es schon beim kleinsten Anstieg ziemlich anstrengend. Außerdem mussten wir uns sehr oft bücken, weil immer Bäume im Weg standen oder kreuz und quer wuchsen. Nach diesem Ausflug waren wir ein bisschen erledigt und haben erstmal richtig gut geschlafen.


Am nächsten Tag ging es dann auf einen kleinen Berg. Das Wetter war nicht so toll. Es hat immer wieder geregnet und total gestürmt. Je weiter wir auf den Berg gegangen sind um so fester musste ich den Regenschrim halten. Am Schluss konnte ich ihn nicht mehr halten und habe ihn wieder zusammengepackt. Der Weg nach oben war sehr schön. Harry und ich waren beeindruckt von dem Pflanzen. Neben der Straße wachsen hier nämlich riesige Olianderbüsche. Das sieht super schön aus. Auf Hainan wachsen sogar Hibiskusbüsche (Mama, für dich wäre das hier das Pflanzenparadies ;-)). Als wir um die nächste Kurve gebogen sind, sahen wir plötzlich Affen rumhüpfen. Die waren sooo süß! Wir haben erstmal ordentlich viel Fotos gemacht (auf unserer FlickrSeite zu sehen).


Auf dem Berggipfel gab es dann einen typischen chinesischen Garten mit Pagoden. Dort haben wir die Ruhe genossen und sind dann allmälich wieder runter gegangen. Am Abend kam dann ein Taifun und wir dachten gleich weht das Hotel weg. Der Strom ist auch immer wieder ausgefallen und wir hatten nur noch eine winzige Notbeleuchtung.


Der nächste Tag dagegen war super schön. Der Taifun hatte wohl alle Wolken weggeblasen. Eigentlich wollten wir einen Ausflug machen, aber nachdem die Sonne so schön schien sind wir sofort an den Strand gegangen und haben den ganzen Tag dort verbracht. Es war total angenehm, weil der Wind uns schön gekühlt hat. Nur die Wellen im Meer waren leider zu hoch. Deshalb durften wir nur bis zur Hüfte ins Wasser. Sobald man zu weit im Meer war haben die Lifeguards einen mit Sirenen rausgerufen. Harry hatte nach unserem Strandtag leider einen Ganzkörpersonnenbrand. Das sah echt schlimm aus! Der Strand und das Meer waren super schön. Es ist echt wie auf Hawaii, blaues Meer und viel viele Palmen...

An unserem letzten Tag haben wir die Haupttouristenattraktion besucht – das Ende der Welt. Das ist ein Park der am Strand liegt. Das Besondere am Strand ist, dass es dort große runde Felsen gibt. Auf einen Felsen hat ein Chinese vor langer Zeit in chinesischen Schriftzeichen „das Ende der Welt“ geritzt. Deshalb sind diese Steine so berühmt. Es waren sooo viele Chinesen dort. Wahnsinn!!! Am Abend haben wir dann in einer kleinen Stadt typisch chinesisch gegesen. Dort konnte keiner Englisch und manche Einwohner hatten wohl noch nie in ihrem Leben Westler gesehen, denn wir wurden total schief angeguckt. Nach dem Essen sind wir mit einem chinesischen Bus zum Flughafen gefahren. Die Fahrt war sehr aufregend, weil die Tür vom Bus die ganze Zeit offen war und wir direkt daneben saßen.


Jetzt sind wir wieder in Shanghai und arbeiten ganz fleißig. Ich muss noch diese Woche und vielleicht auch noch die nächste Woche arbeiten. Am 19.10. komme ich schon wieder zurück nach Deutschland. Harry wird wahrscheinlich noch zwei Wochen länger als ich bleiben. Ich würde super gerne noch ein halbes Jahr bleiben, aber dann könnte ich mein Biostudium vergessen und das will ich nicht. Bin schon gespannt wie die Uni so ist!

Gestern Abend war im Generalkonsulat anlässlich des Tags der Deutschen Einheit ein Empfang. Dort gab es super deutsches Essen und Bier umsonst. Wir haben uns voll gegessen bis wir alle Bauchweh hatten und die Knöpfe von unseren schicken Klamotten abgesprungen sind ;-) Gerhard Schröder hat auch kurz vorbei geschaut. Ich fand es total lustig mal wieder so viele Deutsche auf einem Haufen zu sehen und Brezen zu essen.


Bis bald
Mariana und Harry

Sonntag, 21. September 2008

Wir beide auf Putuo Shan...


P1100966, ursprünglich hochgeladen von der.harry

Mittwoch, 17. September 2008

Wochenendausflug nach Putuo Shan

Eigentlich hatten wir für dieses Wochenende einen dreitägigen Ausflug nach Putuo Shan geplant. Doch dann kam uns der Taifun „Sinlaku“ dazwischen. Aber am Besten fange ich erst mal von vorne an.

Freitagabend ging es nach der Arbeit um 19.30 Uhr mit der Fähre vom Hafen in Shanghai zur Insel Putuo Shan los. Wir hatten für etwa 13 Euro pro Person eine 16-Mann Kabine in der 4. Klasse gebucht. Die Nacht war sehr laut, da unsere Kabine direkt neben dem Maschinenraum war. So hat es auch gerochen. Harry und ich hatten uns den Wecker auf 4.30 Uhr gestellt damit wir uns den Sonnenaufgang ganz romantisch vom Deck aus ansehen konnten. Doch statt den Sonnenaufgang zu genießen, saßen wir unter einem Dach an Deck fest, weil es plötzlich wie aus Kübeln schüttete. Nach einer Weile ließ der Regen nach und wir kamen - etwas nass - wieder in unsere Kabine zurück. Nach 11 Stunden Fahrt und einer sehr kurzen Nacht kamen wir am Samstag um 6.30 Uhr auf Putuo Shan an. Zu Beginn war es sehr nass, doch nachdem wir in unserem Zwei-Sterne Hotel eingecheckt hatten wurde das Wetter immer besser. Wir waren alle ganz froh dank dem besseren Wetter aus unserem Hotel rauszukommen, denn unser Hotel sah nicht besonders einladend aus. Unsere Klobrille lebte und unser Bettlarken wollten wir uns lieber erst gar nicht anschauen.

Also beschlossen wir die Insel zu Fuß zu erkunden. Nach einem Spaziergang am Meer stiegen wir einige Berge hoch und kamen nach einem etwas längeren Fußmarsch am ersten Tempel an. Danach ging es weiter zur Guanyin-Statue. Sie ist 33 Meter hoch und ein Ziel der vielen Pilger die nach Putuo Shan kommen.


Nach dieser anstrengenden Tour hatten wir ziemlich Hunger und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant das nicht nur Fisch verkaufte. Nach einer Weile hatten wir ein nettes Restaurant gefunden. Dort aßen wir uns erstmal richtig satt. Bald erreichte uns ein Anruf von Philipp (unser Mitbewohner) der uns erzählte, dass ein Taifun auf die Insel kommen würde und wir so schnell wie möglich die Insel wieder verlassen müssten. Die Schiffe würden nur bis Sonntag 10 Uhr fahren und deshalb sollten wir schon um 7 Uhr am Hafen sein, um noch sicher von der Insel wegzukommen. Nach dem Telefonat war die Stimmung kurz betrübt, da wir nicht wegwollten, aber was blieb uns anderes übrig? Leider begann es zu regnen und so beschlossen wir den Schauer im Restaurant abzuwarten. Doch die Bedienungen versuchten uns auf Chinesisch klar zu machen, dass es wohl eher nicht mehr aufhören würde zu regnen. Also zogen wir unsere Schuhe aus (wir hatten nur ein Paar feste Schuhe zum Wandern mit) damit sie auf dem Heimweg nicht nass wurden und kauften uns zu fünft zwei Regenschirme. Harry bekam alle elektronischen Geräte und Christian (ein Freund) bekam die Schuhe, da die beiden die Schirme hatten. Hans, Henning (Studenten von der TUM) und ich gingen ohne Schirm durch den Regen und wurden deshalb ziemlich schnell nass. Mit einem Bus, in dem wir uns alles abfroren da die Klimaanlage lief, fuhren wir dann zurück ins Hotel. Dort zogen wir schnell die nassen Klamotten aus und unsere Badesachen an. Zu fünft liefen wir in Badehose und Bikini durch die Hotellobby, zum Strand und ab ins Meer. Die Chinesen zückten sofort ihre Kameras, denn solch verrückte Westler hatten sie noch nie gesehen. Wir hatten eine Menge Spaß im Meer, doch er hielt nich lange an. Zwei Lifeguards kamen, um uns aus dem Wasser zu holen, denn die Wellen waren mittlerweile mehrere Meter hoch und die Strömung ziemlich stark. Ich konnte mich nur sehr schwer auf den Beinen halten obwohl ich nicht mal halb im Wasser stand. Der Taifun kündigte sich schon an. Also machten wir uns wieder auf dem Heimweg in unsere „Traumvilla“.


Nach einer heißen Dusche und mit trockenen Klamotten ging es zu Fuß zum nächsten Tempel. Dort war es sehr amüsant die Chinesen beim Bewerfen kupferner Behälter mit Münzen zu beobachten. Chinesen werfen nämlich überallhin Geld, weil es Glück bringen soll. Ich versuchte auch mein Glück, aber es war gar nicht so leicht. Nach dem Tempelbesuch ging es wieder zurück ins Hotel wo Harry mit einer Riesenkakerlake kämpfen musste. Ein lauter Schrei und die Kakerlake war tot. Danach ging es zu neunt zum Essen. Nach einer Runde Schafkopfen (die Chinesen schauten uns fasziniert zu, da sie noch nie in ihrem Leben so lustige Karten gesehn hatten) gingen wir totmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen ging es um 7 Uhr vom Hotel zum Hafen. Dort fuhren wir mit dem Schnellboot auf eine andere Insel von der aus wir mit einem gemieteten Bus nach Shanghai gebracht wurden. Am Nachmittag kamen wir sicher und müde in Shanghai an. Abends war es in unserer Nachbarschaft ziemlich laut, da das Modfest war und zu diesem Anlass viele Feuerwerke gezündet wurden.

Am Montag waren Harry und ich auf dem Stoffmarkt. Ich habe mir drei Kleider bestellt. Bin mal gepannt wie sie aussehen werden. Außerdem waren wir richtig gut chinesisch essen. Es ist immer sehr lustig wenn wir zum Chinesen gehen, weil wir die Speißekarte nicht verstehen. Wir haben unsere eigene Speißekarte aus dem Internet mit und zeigen immer auf Gerichte die wir mögen. Die Bedienung sagt dann ob es das gibt oder nicht. Wir bekommen dann immer Überraschungen. Bisher wars immer super lecker!

Donnerstag, 4. September 2008

Erste Eindrücke

Endlich ist es so weit! Ich habe ein bisschen Zeit gefunden, um etwas in unseren Blog zu schreiben...

Wir sind nun schon seit knapp vier Wochen hier in Shanghai und es ist wunderschön! Gleich am ersten Tag haben wir uns Wohnungen angeschaut und eine Traumwohnung in einem modernen Compound gefunden. Wir haben ein eigenes Schwimmbad, ein Fitness-Center und unter unserem Compound gibt es einen Supermarkt. Leider sind das Schwimmbad und das Fitness-Center viel zu teuer, deshalb werden wir sie nicht benutzen. Die Gegend um uns herum ist ziemlich unterschiedlich. Auf der einen Seite gibt es moderne Bauten wie unsere Häuser, auf der anderen Seite findet man richtig enge chinesische Gassen. Dort hat eine Familie nur ein Zimmer. In diesem Zimmer befindet sich allerdings auch meist noch ein kleiner Laden, ein Friseur oder ein Restaurant. Somit ist das alles sehr eng. Ich finde die Gegend um uns herum sehr spannend. Um die Ecke gibt es einen Massage-Salon - eine Ganzkörpermassage kostet 3 Euro! Ein Traum... Außerdem gibt es viele chinesische Restaurants in denen ein Essen ca 1 Euro kostet. Am Abend verkaufen die Chinesen auf der Strasse DVDs, Blumen, Obst, Küchenzubehör und viele kleine andere Sachen die mein eigentlich nicht gebrauchen kann. Viele Chinesen tanzen spät Abends auf einem Platz neben den Händlern zu chinesischer Musik. Wie ihr seht ist bei uns auf den Strassen sehr viel los!

Seit Montag mache ich am Chinesisch Deutschen Hochschulkolleg (CDHK) an der Tongji Universität ein Praktikum. Ich bin für die Organisation der Veranstaltungen mit verantwortlich. Am Mittwoch den 3. September hat uns Finanzminister Steinbrück besucht. Das war sehr aufregend. Ich habe auch ein bisschen mit ihm geplaudert. Heute habe ich mir mein Büro erst mal richtig eingerichtet. Allerdings habe ich noch kein Internet und mein PC ist leider komplett auf Chinesisch. Sogar wenn ich etwas schreiben will kommen nur chinesische Schriftzeichen. Gott sei Dank haben wir einen Computerraum, da kann ich immer kostenlos ins Internet, wenn ich mal gerade nichts zu tun habe und die Tastatur ist auf English eingestellt. Ab Montag bin ich nicht mehr alleine in meinem Büro. Dann kommt eine andere Praktikantin aus Deutschland (ich habe sie schon kennen gelernt - ist sehr nett) die hier am CDHK Chinesen auf Deutsch unterrichten wird. Gleich gegenüber von meinem Büro sitzt eine andere deutsche Praktikantin mit der ich mich auch super verstehe. Ich glaube wir Mädels werden hier noch richtig viel Spaß haben – vor allem weil hier alles sehr locker ist und wir neben der Arbeit auch viel quatschen können...


Mein Arbeitsplatz

Harry gefällt es auch super hier! Er arbeitet schon seit drei Wochen bei Haniel an seinem Projekt-Studium was sehr zeitintensiv ist. Manchmal kommt er erst um 21 Uhr aus der Arbeit. Ich dagegen bin meistens schon um 17 Uhr zu Hause. Zur Arbeit fahre ich teilweise mit dem Fahrrad, bei dem Verkehr hier ist das sehr sehr aufregend und gefährlich.

Seit letztem Donnerstag besuche ich zweimal die Wochen einen Chinesischsprachkurs. Ich habe schon sehr viel gelernt und kann jetzt alleine einkaufen, Taxi fahren und essen gehen. Die Chinesen sind alle sehr freundlich und helfen dir gerne, gerade wenn du ein Westler bist. Meine Chinesischlehrerin lobt mich, wie gut ich die chinesische Sprache aussprechen kann. Ich muss aber sagen, dass es verdammt schwer ist, sogar noch schwieriger als Französisch. Das hätte ich nicht gedacht.

So, nun muss ich mal wieder weiter arbeiten.

Schöne Grüße aus Shanghai!

Mariana

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Der Winter ist da

Diese Nachricht der Shanghai Daily will ich nutzen um nach so langer Zeit mal wieder etwas zu bloggen.

Heute ist laut dem Shanghaier Metrologischem Institut der Winter in der Stadt angekommen. Das wird hier ziemlich genau genommen und der Winter beginnt jedes Jahr an einem anderen Tag, je nachdem wie sich das Wetter verhält. In Shanghai ist es Winter, wenn in fünf aufeinander folgenden Tagen die Durchschnittstemperatur unter 10°C liegt. Allerdings ist dies nicht so in jeder chinesischen Stadt. In Peking beispielsweise beginnt der Winter am 15. November und auch dann wird die zentral gesteuerte Heizung eingeschaltet. Individuelle Heizungen oder auch nur Regler zum einstellen der Heizintensität gibt es in Peking nicht. Naja dafür gibt es in Shanghai überhaupt keine Heizungen, lediglich die Klimaanlagen können etwas Wärme in die Wohnungen bringen. Dafür gibt es sehr schicke, gefütterte Schlafanzüge.

In den letzten Tagen habe ich kräftig Fotos hochgeladen, so dass jetzt schon über 900 Fotos aus China online sind. Also unbedingt meine Flickr-Foto-Seite besuchen!

Freitag, 28. September 2007

25 Tonnen gegen den Regen

Eine relativ unspektakuläre Woche ist vergangen. Bei Ralfs Türe ist nichts weiter geschehen - unser Vermieter hat uns zwar kurz besucht und schon den Rahmen für die neue Glas-Tür an die Wand gezeichnet, aber gemacht wurde noch nichts.

Letzten Freitag haben wir unsere Wohnung offiziell eingeweiht, natürlich haben wir uns auch ein Bierchen auf der Dachterrasse gegönnt. Fotos findet ihr wie gewohnt auf meiner Flickr Seite.

Um Pressefreiheit und freie Meinungsäußerung steht es in China ja bekanntlich nicht besonders gut ein gutes Beispiel ist hier die Berichterstattung über den Aufstand in Birma, westliche Medien berichten sehr viel über die Opfer und die Aktionen der Militärregierung. CCTV, Chinas BBC, hingegen hält sich sehr zurück und schreibt nur, dass die UN begrüßt, dass ihr Sondergesandter auch Empfangen wird:




Für die nächste Woche beginnenden Special Olympics hier in Shanghai legt sich die Führung ganz schön ins zeug. Der Wetterbericht sagt für die Eröffnung möglichen Regen voraus, doch dem stehen die lokalen Behörden entgegen. Diese haben bereits um Shanghai herum an 13 Standorten Raketen in Stellung gebracht und mit 25 Tonnen Spezialmitteln ausgerüstet um den Regen einfach abzuschießen. Mehr dazu in der Shanghai Daily.

Donnerstag, 20. September 2007

Konfiszierte Türe

Kurz nach acht Uhr morgens, wir poltern aus dem Aufzug, beeilen uns um noch pünktlich zum Chinesisch Kurs in die Uni zu kommen. Doch poppt in meinem Kopf ein Déjà-vu auf. Wir werden vor unserem Haus von eine ganzen Menge Uniformierter und einigen Zivilen gestoppt. Sie wollen natürlich wieder zu uns, aber dieses Mal lassen sie sich nicht wieder mit Versprechungen abspeisen.

Ich zähle mindestens 4 verschiedene Polizei-Einheiten (dunkelblau, hellblau, grau und grün) dazu noch einige Herren in Tarnuniform und viele in Zivil. Eine Frau versucht sich mit uns sehr aufgeregt auf Englisch zu unterhalten. Nachdem wir unseren Vermieter aus dem Bett geklingelt haben und dieser in die Verhandlungen eingestiegen ist zeichnet sich ein Kompromiss ab: Die anscheinend illegal errichtete Wand darf bleiben, jedoch nicht die Tür zu dem Raum. Ohne lange zu Fackeln brechen die Arbeiter die Tür aus dem Rahmen und nehmen sie mit. Der Trupp zieht wieder ab.
Unser Vermieter versichert uns, dass er noch heute jemanden schickt, der den Schmutz beseitigt und zumindest als Provisorium einen Vorhang in den Türrahmen hängt. Bisher (Ortszeit 23:50) ist nichts passiert. In den nächsten Tagen soll an stelle der ehemaligen Holztüre eine Glas-Schiebe-Türe eingebaut werden – das löst anscheinend sämtliche Probleme. Wir sind gespannt.


Während die Polizei bei uns in der Wohnung stand um die Tür zu beschlagnahmen filmte ein Fernsehteam von CCTV die ganze Aktion, unsere Wohnung und auch uns. Ich will nicht wissen wie diese Bilder anschließend kommentiert werden.

Anscheinend wollte die Polizei in unserem Compound ein Exempel statuieren, da sie außer in unserer Wohnung auch in anderen Stockwerken und im Nebenhaus waren.

Ein anschließender Besuch beim deutschen Generalkonsulat verlief ernüchternd. Den Mitarbeitern ist es untersagt sich in zivilrechtliche Probleme einzumischen und Rechtsberatung dürfen sie uns auch nicht geben – Gott sei dank haben wir dort eine Liste mit deutschsprachigen Anwälten erhalten. Wir benötigten nämlich Papier um für den Sprachkurs die Zeichen zu üben.

Also noch mal kurz: Es ist eigentlich alles klar, nur Ralf hat nun vorerst keine Türe vor seinem Zimmer.

Fotos vom Einsatz gibt es auf meiner Flickr Seite sowie bei Basti’s Fotos.

Fahrrad


mein Radl 2, ursprünglich hochgeladen von der.harry

Ich hab endlich ein Fahrrad - ein richtig schönes, uriges, chinesisches Rad!

Bilder vom Radl und viele andere neue auf meiner Flickr Seite.

Dienstag, 18. September 2007

Taifun Wipha besucht uns

Taifun Wipha nähert sich mit 20km/h Shanghai. Die Regierung hat hier bereits gelben-Alarm ausgelöst - die zweithöchste Stufe. In den Küstenregionen werden 200.000 Menschen evakuiert. Teilweise fällt die Schule aus. Bin mal gespannt ob morgen Uni ist. Da wir ja im 10. Stock wohnen werden wir wohl keine nassen Füße bekommen, zumindest so lange wir daheim bleiben.
Heute regnet es schon den ganzen Tag mitunter ziemlich heftig und morgen wird es anscheinend noch stärker.

Weiteres hier.

Donnerstag, 13. September 2007

Die Mauer muss weg!

Ich steige aus dem Aufzug. Aus der Ecke tönt lautes Klopfen. Ich höre Rufe. Leider verstehe ich nichts. Vor mir steht eine ganze Gruppe Chinesen. Sie trommeln an unsere Türe. Einer von ihnen trägt eine Uniform. Ein Polizist. Was wollen die hier? Wieso hauen die uns fast die Tür ein? Sie reden auf mich ein. Ich versteh nur chinesisch! „Open the door!“ Ah ich versteh was. Wieso wollen die so unbedingt in unsere Wohnung? Naja, ist ja ein Polizist dabei.

Anschließend wurden meine Personalien festgestellt. Schließlich erklärte mir einer in schlechtem Englisch, dass wir ausziehen müssen, weil die Handwerker eine Mauer raus reisen wollen. Dann wurde mir ein chinesischer Zettel hingelegt und ich sollte unterschreiben. Das tat ich natürlich nicht und verwies darauf, dass ich jemanden anrufen will, der mir übersetzt. Der Trupp zog sich zurück.

Wenig später kam unsere Vermieterin und redete mit den Herren, die sich nur mit einem geschlossenen schwarzen Pass auswiesen. Das Problem ist anscheinend, dass unsere Wohnung einst eine zwei Zimmer Wohnung war und der Staat sich anscheinend von unserem Vermieter hintergangen fühlt. Naja unsere Vermieterin meinte sie könne das klären, seitdem hat sie sich nicht gemeldet.

Am nächsten Abend stand übrigens ein zweites Mal solch eine Gruppe vor der Tür, dieses Mal haben sie sich jedoch anscheinend im Stockwerk geiert.

Was ist noch so passiert in den letzten Tagen? Meine Mitbewohner haben sich bei Carrefour Radl für jeweils 10€ gekauft, ich hab mich zurückgehalten, da die Räder beim Anschauen schon fast auseinander fallen. Naja nach etwa 2 km Fahrt gab denn auch das erste Radl den Geist auf. Also blieben die Radl erst mal an der Stelle stehen und Basti, Ralf und Lukas eilten nach Hause, damit hier keine Mauer eingerissen wird.
Naja am nächsten Tag standen nur noch zwei der Räder da, ausgerechnet das defekte wurde geklaut – der Dieb wird seinen Spaß damit gehabt haben. Die anderen beiden hatten Strafzettel, da sie nicht auf einem offiziellen Parkplatz geparkt wurden.

Gestern waren wir bei beim Japaner bei Tappanyaki all you can eat und all you can drink, mit so einem Privatkoch der direkt am Tisch die Speisen zubereitet. Das war ein Festmahl – auch für mich als Vegetarier. Danach haben wir im Club Attica zu Hip Hop Rhythmen wieder einige Kalorien Abgebaut. Ein lustiger Abend, Fotos folgen.

Sonntag, 9. September 2007

unser Wohnblock


unser Haus, ursprünglich hochgeladen von der.harry

Hier im 10. Stock wohnen wir die nächsten Monate.

schon fast fertig eingerichtet

So, jetzt sind wir endlich in unserer WG, haben die Zimmer aufgeteilt und waren schon ein erstes Mal in der Uni zum einschreiben. Jetzt haben wir einen schicken Studentenausweis und auch schon SJTU T-Shirts. Heute müssen wir aber noch mal hin und uns am Antai College of Economics & Management einschreiben. Leider gibts da einige Problemchen, da die uns bisher in ihr Undergraduate Programm stecken wollen, wir aber die Kurse des MBA Programms besser finden. Naja wir freuen uns auf die Diskussionen. Außerdem müssen wir uns heute noch bei der Polizei registrieren - die ersetzen hier wohl das Einwohnermeldeamt.

Ein wichtiger Gegenstand der mir für mein Zimmer noch fehlt ist ein Schreibtisch, den werden wir heute suchen. Natürlich brauchen wir auch Radl. Auch die versuchen wir heute noch zu bekommen.

Ralf und Lukas haben am Samstag den Startschuss für ihre Schauspieler- und Modelkarriere gelegt. Als Statisten in einem Werbespot für die Olympischen Spiele nächstes Jahr in Peking. Denn wie die vielen westlichen Models auf Werbungen beweisen besteht hier eine große Nachfrage. Der Verdienst war für chinesische Verfhältnisse sehr gut.

Schau doch auf meine Flick Seite, dort hab ich viele Fotos aus den letzten Tagen hochgeladen.

Dienstag, 4. September 2007

French-Quarter


French-Quarter, ursprünglich hochgeladen von der.harry

...ein nettes Kaufhaus in der Fußgängerzone!

Hinterhof


Hinterhof, ursprünglich hochgeladen von der.harry

...ein chinesischer Hinterhof

Straßenhändler


Straßenhändler, ursprünglich hochgeladen von der.harry

...ein Straßenhändler...

Pearl-Tower 2


Pearl-Tower 2, ursprünglich hochgeladen von der.harry

der berühmte Fernsehturm...

Taxi 2


Taxi 2, ursprünglich hochgeladen von der.harry

...leider haben unsere Koffer nicht in den Kofferraum des VW Santana Taxis gepasst, also sind wir so durch die ganze Stadt gefahren.

Taxi


Taxi, ursprünglich hochgeladen von der.harry

....weiter mim taxi...

Ralf, Harry & Lukas, Transrapid


Ralf, Harry & Lukas, Transrapid, ursprünglich hochgeladen von der.harry

...noch ein Erinnerungsfoto....

Transrapid 2


Transrapid 2, ursprünglich hochgeladen von der.harry

erst mal mim Transrapid in die Stadt düsen....

Lukas & Harry im Flugzeug


Lukas & Harry im Flugzeug, ursprünglich hochgeladen von der.harry

Lukas und ich im Flieger kurz vorm aussteigen....

Überflug China


Überflug China, ursprünglich hochgeladen von der.harry

Tja, das ist China! sehr viel Wasser, unendlich weites Land....

Abflug London


Abflug London, ursprünglich hochgeladen von der.harry

nach nem kurzen (5 Stunden) Zwischenstop in London gehts weiter... aber nicht mit ner 747 sondern mit ner 777

Abflug München


Abflug München, ursprünglich hochgeladen von der.harry

Hier gings ab zum Auslandsstudium!

你好 出身于 上海 !- Hallo aus Shanghai! Endlich.

Leider haben mir bestimmte Regierungsstellen in dem Land in dem ich gerade zu Gast bin den Zugang zu meinem Blog bisher verwehrt. Dank einem netten Hinweis aus der Heimat kann ich hier nun jedoch endlich ein paar Worte zum Besten geben.

Also erst mal eine Entwarnung an alle Bedenkenträger, ich bin gut hier drüben angekommen und dank WLAN im Hostel und ner China-Mobile-Karte gut erreichbar. Die letzte Woche konnten wir uns auch ohne Chinesischkenntnisse gut durchschlagen. Im Ernstfall haben wir auf unsere abgezeichneten Schriftzeichen und auf Arme und Beine gesetzt. Wenn ich von wir rede meine ich außer meine Wenigkeit noch Lukas und Ralf, die ebenfall an der TUM studieren und nun mit mir hier ein Auslandssemester an der Jiao Tong Universität absolvieren.

Shanghai ist eine riesige Stadt, ein Ort voller Gegensätze, eine Welt in der man täglich neues entdecken kann. In der letzten Woche sind wir schon einiges rum gekommen, sind stundenlang durch die Stadt getourt, haben Wohnungen besichtigt, Fake-Märkte besucht und uns das alte und neue, das arme und reiche, das asiatische und westliche Shanghai angesehen. Aber wir haben noch nichts gesehen. Obwohl wir jeden Tag unterwegs waren haben wir noch längst nicht jeden Innenstadtteil gesehen.

Chinesen handeln unheimlich gerne und für Westler sind die Preise gern mal doppelt so hoch. Wer das weiß, kennt die zeitintensiven Verhandlungsmanöver, die notwendig sind damit man nicht beschissen wird und viel zu viel bezahlt. Gut dass wir hier schnell viele Leute kennen gelernt haben die uns etwas eingeführt haben in diese Stadt. Als der Vermieter uns aber selbst bei der Wohnung mit einem schmutzigen Trick hochgehandelt hat, bemerkten wir wie viel wir hier noch lernen müssen. Naja wir sind trotzdem ganz zufrieden morgen endlich unsere Wohnung in bester Lage und zu einem vernünftigen Preis zu beziehen.

So genug geschrieben, es folgen einige Fotos.

ciao
Harry