Ich zähle mindestens 4 verschiedene Polizei-Einheiten (dunkelblau, hellblau, grau und grün) dazu noch einige Herren in Tarnuniform und viele in Zivil. Eine Frau versucht sich mit uns sehr aufgeregt auf Englisch zu unterhalten. Nachdem wir unseren Vermieter aus dem Bett geklingelt haben und dieser in die Verhandlungen eingestiegen ist zeichnet sich ein Kompromiss ab: Die anscheinend illegal errichtete Wand darf bleiben, jedoch nicht die Tür zu dem Raum. Ohne lange zu Fackeln brechen die Arbeiter die Tür aus dem Rahmen und nehmen sie mit. Der Trupp zieht wieder ab.
Unser Vermieter versichert uns, dass er noch heute jemanden schickt, der den Schmutz beseitigt und zumindest als Provisorium einen Vorhang in den Türrahmen hängt. Bisher (Ortszeit 23:50) ist nichts passiert. In den nächsten Tagen soll an stelle der ehemaligen Holztüre eine Glas-Schiebe-Türe eingebaut werden – das löst anscheinend sämtliche Probleme. Wir sind gespannt.
Während die Polizei bei uns in der Wohnung stand um die Tür zu beschlagnahmen filmte ein Fernsehteam von CCTV die ganze Aktion, unsere Wohnung und auch uns. Ich will nicht wissen wie diese Bilder anschließend kommentiert werden.
Anscheinend wollte die Polizei in unserem Compound ein Exempel statuieren, da sie außer in unserer Wohnung auch in anderen Stockwerken und im Nebenhaus waren.
Ein anschließender Besuch beim deutschen Generalkonsulat verlief ernüchternd. Den Mitarbeitern ist es untersagt sich in zivilrechtliche Probleme einzumischen und Rechtsberatung dürfen sie uns auch nicht geben – Gott sei dank haben wir dort eine Liste mit deutschsprachigen Anwälten erhalten. Wir benötigten nämlich Papier um für den Sprachkurs die Zeichen zu üben.
Also noch mal kurz: Es ist eigentlich alles klar, nur Ralf hat nun vorerst keine Türe vor seinem Zimmer.
Fotos vom Einsatz gibt es auf meiner Flickr Seite sowie bei Basti’s Fotos.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen