Donnerstag, 9. Oktober 2008

Hainan

Harry und ich waren während der Goldenen Woche für 5 Tage auf Hainan, dem chinesischen Hawaii. Es war super schön dort! Am ersten Tag haben wir uns die „wunderschöne“ Stadt Sanya angeschaut und uns orientiert. Sanya ist ganz anders als Shanghai. Am Strand steht ein Hotel neben dem anderen. Manche sind nur noch Ruinen, daneben stehen aber auch super Luxusschuppen. Das ist ein sehr komisches Bild. Zwischen den Hotels und dem Strand gibt es eine Promenade, auf der ein Restaurant neben dem anderen ist. Dort gibt es natürlich das klassische chinesische Essen und russisches Essen. Sanya ist nämlich von den Russen „besetzt“... Zu Beginn haben Harry und ich uns sehr gewundert warum unter den chinesischen Schriftzeichen noch so eine komische Sprache steht. Doch bald haben wir festgestellt, dass in jedem Hotel und in jedem Restaurant alles auf Russisch angeschrieben ist. Sogar jeder Obstverkäufer in Sanya kann Russisch. Wir wurden natürlich auch für Russen gehalten, sogar von den Russen selbst... Das russische Essen hat uns super geschmeckt.
Am zweiten Tag waren wir bei sehr schönem Wetter im Regenwald, das war echt eine tolle Erfahrung. Es hatte 90% Luftfeuchtigkeit, demnach war es schon beim kleinsten Anstieg ziemlich anstrengend. Außerdem mussten wir uns sehr oft bücken, weil immer Bäume im Weg standen oder kreuz und quer wuchsen. Nach diesem Ausflug waren wir ein bisschen erledigt und haben erstmal richtig gut geschlafen.


Am nächsten Tag ging es dann auf einen kleinen Berg. Das Wetter war nicht so toll. Es hat immer wieder geregnet und total gestürmt. Je weiter wir auf den Berg gegangen sind um so fester musste ich den Regenschrim halten. Am Schluss konnte ich ihn nicht mehr halten und habe ihn wieder zusammengepackt. Der Weg nach oben war sehr schön. Harry und ich waren beeindruckt von dem Pflanzen. Neben der Straße wachsen hier nämlich riesige Olianderbüsche. Das sieht super schön aus. Auf Hainan wachsen sogar Hibiskusbüsche (Mama, für dich wäre das hier das Pflanzenparadies ;-)). Als wir um die nächste Kurve gebogen sind, sahen wir plötzlich Affen rumhüpfen. Die waren sooo süß! Wir haben erstmal ordentlich viel Fotos gemacht (auf unserer FlickrSeite zu sehen).


Auf dem Berggipfel gab es dann einen typischen chinesischen Garten mit Pagoden. Dort haben wir die Ruhe genossen und sind dann allmälich wieder runter gegangen. Am Abend kam dann ein Taifun und wir dachten gleich weht das Hotel weg. Der Strom ist auch immer wieder ausgefallen und wir hatten nur noch eine winzige Notbeleuchtung.


Der nächste Tag dagegen war super schön. Der Taifun hatte wohl alle Wolken weggeblasen. Eigentlich wollten wir einen Ausflug machen, aber nachdem die Sonne so schön schien sind wir sofort an den Strand gegangen und haben den ganzen Tag dort verbracht. Es war total angenehm, weil der Wind uns schön gekühlt hat. Nur die Wellen im Meer waren leider zu hoch. Deshalb durften wir nur bis zur Hüfte ins Wasser. Sobald man zu weit im Meer war haben die Lifeguards einen mit Sirenen rausgerufen. Harry hatte nach unserem Strandtag leider einen Ganzkörpersonnenbrand. Das sah echt schlimm aus! Der Strand und das Meer waren super schön. Es ist echt wie auf Hawaii, blaues Meer und viel viele Palmen...

An unserem letzten Tag haben wir die Haupttouristenattraktion besucht – das Ende der Welt. Das ist ein Park der am Strand liegt. Das Besondere am Strand ist, dass es dort große runde Felsen gibt. Auf einen Felsen hat ein Chinese vor langer Zeit in chinesischen Schriftzeichen „das Ende der Welt“ geritzt. Deshalb sind diese Steine so berühmt. Es waren sooo viele Chinesen dort. Wahnsinn!!! Am Abend haben wir dann in einer kleinen Stadt typisch chinesisch gegesen. Dort konnte keiner Englisch und manche Einwohner hatten wohl noch nie in ihrem Leben Westler gesehen, denn wir wurden total schief angeguckt. Nach dem Essen sind wir mit einem chinesischen Bus zum Flughafen gefahren. Die Fahrt war sehr aufregend, weil die Tür vom Bus die ganze Zeit offen war und wir direkt daneben saßen.


Jetzt sind wir wieder in Shanghai und arbeiten ganz fleißig. Ich muss noch diese Woche und vielleicht auch noch die nächste Woche arbeiten. Am 19.10. komme ich schon wieder zurück nach Deutschland. Harry wird wahrscheinlich noch zwei Wochen länger als ich bleiben. Ich würde super gerne noch ein halbes Jahr bleiben, aber dann könnte ich mein Biostudium vergessen und das will ich nicht. Bin schon gespannt wie die Uni so ist!

Gestern Abend war im Generalkonsulat anlässlich des Tags der Deutschen Einheit ein Empfang. Dort gab es super deutsches Essen und Bier umsonst. Wir haben uns voll gegessen bis wir alle Bauchweh hatten und die Knöpfe von unseren schicken Klamotten abgesprungen sind ;-) Gerhard Schröder hat auch kurz vorbei geschaut. Ich fand es total lustig mal wieder so viele Deutsche auf einem Haufen zu sehen und Brezen zu essen.


Bis bald
Mariana und Harry

Sonntag, 21. September 2008

Wir beide auf Putuo Shan...


P1100966, ursprünglich hochgeladen von der.harry

Mittwoch, 17. September 2008

Wochenendausflug nach Putuo Shan

Eigentlich hatten wir für dieses Wochenende einen dreitägigen Ausflug nach Putuo Shan geplant. Doch dann kam uns der Taifun „Sinlaku“ dazwischen. Aber am Besten fange ich erst mal von vorne an.

Freitagabend ging es nach der Arbeit um 19.30 Uhr mit der Fähre vom Hafen in Shanghai zur Insel Putuo Shan los. Wir hatten für etwa 13 Euro pro Person eine 16-Mann Kabine in der 4. Klasse gebucht. Die Nacht war sehr laut, da unsere Kabine direkt neben dem Maschinenraum war. So hat es auch gerochen. Harry und ich hatten uns den Wecker auf 4.30 Uhr gestellt damit wir uns den Sonnenaufgang ganz romantisch vom Deck aus ansehen konnten. Doch statt den Sonnenaufgang zu genießen, saßen wir unter einem Dach an Deck fest, weil es plötzlich wie aus Kübeln schüttete. Nach einer Weile ließ der Regen nach und wir kamen - etwas nass - wieder in unsere Kabine zurück. Nach 11 Stunden Fahrt und einer sehr kurzen Nacht kamen wir am Samstag um 6.30 Uhr auf Putuo Shan an. Zu Beginn war es sehr nass, doch nachdem wir in unserem Zwei-Sterne Hotel eingecheckt hatten wurde das Wetter immer besser. Wir waren alle ganz froh dank dem besseren Wetter aus unserem Hotel rauszukommen, denn unser Hotel sah nicht besonders einladend aus. Unsere Klobrille lebte und unser Bettlarken wollten wir uns lieber erst gar nicht anschauen.

Also beschlossen wir die Insel zu Fuß zu erkunden. Nach einem Spaziergang am Meer stiegen wir einige Berge hoch und kamen nach einem etwas längeren Fußmarsch am ersten Tempel an. Danach ging es weiter zur Guanyin-Statue. Sie ist 33 Meter hoch und ein Ziel der vielen Pilger die nach Putuo Shan kommen.


Nach dieser anstrengenden Tour hatten wir ziemlich Hunger und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant das nicht nur Fisch verkaufte. Nach einer Weile hatten wir ein nettes Restaurant gefunden. Dort aßen wir uns erstmal richtig satt. Bald erreichte uns ein Anruf von Philipp (unser Mitbewohner) der uns erzählte, dass ein Taifun auf die Insel kommen würde und wir so schnell wie möglich die Insel wieder verlassen müssten. Die Schiffe würden nur bis Sonntag 10 Uhr fahren und deshalb sollten wir schon um 7 Uhr am Hafen sein, um noch sicher von der Insel wegzukommen. Nach dem Telefonat war die Stimmung kurz betrübt, da wir nicht wegwollten, aber was blieb uns anderes übrig? Leider begann es zu regnen und so beschlossen wir den Schauer im Restaurant abzuwarten. Doch die Bedienungen versuchten uns auf Chinesisch klar zu machen, dass es wohl eher nicht mehr aufhören würde zu regnen. Also zogen wir unsere Schuhe aus (wir hatten nur ein Paar feste Schuhe zum Wandern mit) damit sie auf dem Heimweg nicht nass wurden und kauften uns zu fünft zwei Regenschirme. Harry bekam alle elektronischen Geräte und Christian (ein Freund) bekam die Schuhe, da die beiden die Schirme hatten. Hans, Henning (Studenten von der TUM) und ich gingen ohne Schirm durch den Regen und wurden deshalb ziemlich schnell nass. Mit einem Bus, in dem wir uns alles abfroren da die Klimaanlage lief, fuhren wir dann zurück ins Hotel. Dort zogen wir schnell die nassen Klamotten aus und unsere Badesachen an. Zu fünft liefen wir in Badehose und Bikini durch die Hotellobby, zum Strand und ab ins Meer. Die Chinesen zückten sofort ihre Kameras, denn solch verrückte Westler hatten sie noch nie gesehen. Wir hatten eine Menge Spaß im Meer, doch er hielt nich lange an. Zwei Lifeguards kamen, um uns aus dem Wasser zu holen, denn die Wellen waren mittlerweile mehrere Meter hoch und die Strömung ziemlich stark. Ich konnte mich nur sehr schwer auf den Beinen halten obwohl ich nicht mal halb im Wasser stand. Der Taifun kündigte sich schon an. Also machten wir uns wieder auf dem Heimweg in unsere „Traumvilla“.


Nach einer heißen Dusche und mit trockenen Klamotten ging es zu Fuß zum nächsten Tempel. Dort war es sehr amüsant die Chinesen beim Bewerfen kupferner Behälter mit Münzen zu beobachten. Chinesen werfen nämlich überallhin Geld, weil es Glück bringen soll. Ich versuchte auch mein Glück, aber es war gar nicht so leicht. Nach dem Tempelbesuch ging es wieder zurück ins Hotel wo Harry mit einer Riesenkakerlake kämpfen musste. Ein lauter Schrei und die Kakerlake war tot. Danach ging es zu neunt zum Essen. Nach einer Runde Schafkopfen (die Chinesen schauten uns fasziniert zu, da sie noch nie in ihrem Leben so lustige Karten gesehn hatten) gingen wir totmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen ging es um 7 Uhr vom Hotel zum Hafen. Dort fuhren wir mit dem Schnellboot auf eine andere Insel von der aus wir mit einem gemieteten Bus nach Shanghai gebracht wurden. Am Nachmittag kamen wir sicher und müde in Shanghai an. Abends war es in unserer Nachbarschaft ziemlich laut, da das Modfest war und zu diesem Anlass viele Feuerwerke gezündet wurden.

Am Montag waren Harry und ich auf dem Stoffmarkt. Ich habe mir drei Kleider bestellt. Bin mal gepannt wie sie aussehen werden. Außerdem waren wir richtig gut chinesisch essen. Es ist immer sehr lustig wenn wir zum Chinesen gehen, weil wir die Speißekarte nicht verstehen. Wir haben unsere eigene Speißekarte aus dem Internet mit und zeigen immer auf Gerichte die wir mögen. Die Bedienung sagt dann ob es das gibt oder nicht. Wir bekommen dann immer Überraschungen. Bisher wars immer super lecker!

Donnerstag, 4. September 2008

Erste Eindrücke

Endlich ist es so weit! Ich habe ein bisschen Zeit gefunden, um etwas in unseren Blog zu schreiben...

Wir sind nun schon seit knapp vier Wochen hier in Shanghai und es ist wunderschön! Gleich am ersten Tag haben wir uns Wohnungen angeschaut und eine Traumwohnung in einem modernen Compound gefunden. Wir haben ein eigenes Schwimmbad, ein Fitness-Center und unter unserem Compound gibt es einen Supermarkt. Leider sind das Schwimmbad und das Fitness-Center viel zu teuer, deshalb werden wir sie nicht benutzen. Die Gegend um uns herum ist ziemlich unterschiedlich. Auf der einen Seite gibt es moderne Bauten wie unsere Häuser, auf der anderen Seite findet man richtig enge chinesische Gassen. Dort hat eine Familie nur ein Zimmer. In diesem Zimmer befindet sich allerdings auch meist noch ein kleiner Laden, ein Friseur oder ein Restaurant. Somit ist das alles sehr eng. Ich finde die Gegend um uns herum sehr spannend. Um die Ecke gibt es einen Massage-Salon - eine Ganzkörpermassage kostet 3 Euro! Ein Traum... Außerdem gibt es viele chinesische Restaurants in denen ein Essen ca 1 Euro kostet. Am Abend verkaufen die Chinesen auf der Strasse DVDs, Blumen, Obst, Küchenzubehör und viele kleine andere Sachen die mein eigentlich nicht gebrauchen kann. Viele Chinesen tanzen spät Abends auf einem Platz neben den Händlern zu chinesischer Musik. Wie ihr seht ist bei uns auf den Strassen sehr viel los!

Seit Montag mache ich am Chinesisch Deutschen Hochschulkolleg (CDHK) an der Tongji Universität ein Praktikum. Ich bin für die Organisation der Veranstaltungen mit verantwortlich. Am Mittwoch den 3. September hat uns Finanzminister Steinbrück besucht. Das war sehr aufregend. Ich habe auch ein bisschen mit ihm geplaudert. Heute habe ich mir mein Büro erst mal richtig eingerichtet. Allerdings habe ich noch kein Internet und mein PC ist leider komplett auf Chinesisch. Sogar wenn ich etwas schreiben will kommen nur chinesische Schriftzeichen. Gott sei Dank haben wir einen Computerraum, da kann ich immer kostenlos ins Internet, wenn ich mal gerade nichts zu tun habe und die Tastatur ist auf English eingestellt. Ab Montag bin ich nicht mehr alleine in meinem Büro. Dann kommt eine andere Praktikantin aus Deutschland (ich habe sie schon kennen gelernt - ist sehr nett) die hier am CDHK Chinesen auf Deutsch unterrichten wird. Gleich gegenüber von meinem Büro sitzt eine andere deutsche Praktikantin mit der ich mich auch super verstehe. Ich glaube wir Mädels werden hier noch richtig viel Spaß haben – vor allem weil hier alles sehr locker ist und wir neben der Arbeit auch viel quatschen können...


Mein Arbeitsplatz

Harry gefällt es auch super hier! Er arbeitet schon seit drei Wochen bei Haniel an seinem Projekt-Studium was sehr zeitintensiv ist. Manchmal kommt er erst um 21 Uhr aus der Arbeit. Ich dagegen bin meistens schon um 17 Uhr zu Hause. Zur Arbeit fahre ich teilweise mit dem Fahrrad, bei dem Verkehr hier ist das sehr sehr aufregend und gefährlich.

Seit letztem Donnerstag besuche ich zweimal die Wochen einen Chinesischsprachkurs. Ich habe schon sehr viel gelernt und kann jetzt alleine einkaufen, Taxi fahren und essen gehen. Die Chinesen sind alle sehr freundlich und helfen dir gerne, gerade wenn du ein Westler bist. Meine Chinesischlehrerin lobt mich, wie gut ich die chinesische Sprache aussprechen kann. Ich muss aber sagen, dass es verdammt schwer ist, sogar noch schwieriger als Französisch. Das hätte ich nicht gedacht.

So, nun muss ich mal wieder weiter arbeiten.

Schöne Grüße aus Shanghai!

Mariana